Sachsen-Anhalt: So funktioniert die Briefwahl – und warum sie zuverlässig und sicher ist
Sie wollen wählen, schaffen es aber nicht ins Wahllokal? Kein Problem: Mit der Briefwahl können Sie Ihre Stimme zuverlässig und sicher abgeben. Hier erfahren Sie, was Sie für eine gültige Stimmenabgabe beachten müssen.
- 3 Min. Lesezeit
Sie wollen wählen, schaffen es aber nicht ins Wahllokal? Kein Problem: Mit der Briefwahl können Sie Ihre Stimme bequem und sicher abgeben. Hier erfahren Sie, welche Schritte nötig sind, damit Ihre Stimmenabgabe gültig ist.
Ob krank zu Hause, familiär verhindert, im Urlaub oder bei der Arbeit – wer es am Wahltag nicht ins Wahllokal schafft, kann dennoch seine Stimme abgeben: per Brief. Hier erklären wir Ihnen, was die Briefwahl ist, wie Sie die Unterlagen anfordern und was Sie beim Ausfüllen beachten müssen. Jeder Wahlberechtigte darf per Brief wählen. Die postalische Abstimmung ist besonders praktisch für Menschen, die am Wahltag verhindert sind oder Unterstützung beim Wählen brauchen – etwa Senioren, Kranke oder Menschen mit Behinderungen. Die aktuellen Entwicklungen und Ergebnisse lesen Sie in unserem Liveblog.
So erhalten Sie die Briefwahlunterlagen
Wer per Briefwahl teilnehmen möchte, muss zunächst die Unterlagen anfordern. Das geht mit der Wahlbenachrichtigung: Auf deren Rückseite findet sich der Antrag. Sie müssen ihn lediglich ausfüllen und an die Wahlbehörde zurücksenden. Ein Porto fällt im Allgemeinen nicht an. Damit die Unterlagen rechtzeitig eintreffen, sollten Sie sie mindestens eine Woche vor der Wahl beantragen.
Noch einfacher ist es, den QR-Code zu scannen oder die Briefwahlunterlagen im Internet zu beantragen. Dabei müssen Name, Vorname, Geburtsdatum und Wohnanschrift der wahlberechtigten Person angegeben werden – oder, falls Sie sich nicht an Ihrem gemeldeten Wohnort befinden, die entsprechende Zustellanschrift. Wenige Tage später erhalten Sie die Stimmzettel, den Wahlschein sowie zwei Umschläge**: einen blauen und einen roten.
In manchen Gemeinden können Sie die Wahlunterlagen auch vor dem Wahltag direkt im Wahlamt oder in einer Behörde abholen und noch vor Ort wählen, also den Stimmzettel in die Urne legen. Dafür benötigen Sie Ihre Wahlbenachrichtigung.
So wählen Sie per Briefwahl
Grundsätzlich funktioniert die Wahl genauso wie im Wahllokal. Sie haben zwei Stimmen: Die erste geben Sie einer Person, die zweite einer Partei. Es ist auch möglich, nur eine der beiden Stimmen abzugeben. Mehr als zwei Kreuze machen den Stimmzettel jedoch ungültig.
Machen Sie Ihr Kreuz oder Ihre beiden Kreuze.
Legen Sie den Stimmzettel in den blauen Wahlumschlag.
Wenn Sie beim Wählen Hilfe benötigen, etwa durch eine Pflegekraft oder einen Angehörigen, muss die helfende Person dies auf dem Wahlschein mit ihrer Unterschrift dokumentieren.
Nehmen Sie nun den Wahlschein zur Hand. Kontrollieren Sie, ob die Angaben stimmen, und unterschreiben Sie ihn.
Stecken Sie anschließend den blauen Umschlag und den Wahlschein in den roten Wahlumschlag. Achten Sie darauf, dass der Wahlschein nicht im blauen Umschlag landet. Das ist wichtig, damit bei der Auszählung die konkrete Stimmabgabe von der wählenden Person getrennt bleibt – das Wahlgeheimnis wird so gewahrt.
Der rote Umschlag sollte den blauen Umschlag mit dem Stimmzettel sowie den Wahlschein enthalten.
Den roten Umschlag können Sie nun portofrei mit der Post verschicken oder bei Ihrem Wahlamt abgeben. Vor Ort kann die Abgabe möglicherweise nach Wahlbezirken organisiert sein; Informationen dazu finden Sie meist auf dem roten Umschlag.
Sie können ihn am Wahltag bis 18 Uhr entweder zum Wahlamt bringen oder in Ihrem Wahllokal abgeben.
Und zum Schluss: Ist die Briefwahl sicher?
Ja. Ein Missbrauch lässt sich zwar nie ganz ausschließen. Wenn die Stimmabgabe zu Hause freiwillig und unbeeinflusst erfolgt, die Unterlagen selbst in die Umschläge gesteckt und persönlich in den Briefkasten oder zum Wahlamt gebracht werden, ist das Verfahren jedoch gut abgesichert.
Die Stimmauszählung am Wahltag ist klar geregelt und wird von mehreren Personen vorgenommen. Verschiedene Kontrollmechanismen sorgen für zusätzliche Sicherheit. Auch Kontroll- und Nachzählungen sind üblich.
Hinweis: Der Autor ist seit mehr als 15 Jahren Briefwahlvorstand und freut sich darüber, dass Pannen bei der Briefwahlabgabe wirklich extrem selten vorkommen.
- Categories:
- Politik